In unseren bisher erschienenen Beiträgen hatten wir erläutert, wie man als Kunde unseriöse oder gar rechtswidrige Coaching-Verträge erkennt und vermeidet. Doch was ist zu tun, wenn der Vertrag bereits unterzeichnet wurde? Meist sind auch bereits erhebliche Anzahlungen geleistet worden – habe ich als Kunde Aussichten darauf, mein Geld zurückzuerhalten?
Diesen höchst aktuellen Fragen wollen wir uns im heutigen Beitrag widmen.
Selbstverständlich gibt es viele sehr gute Coaches und Coachings, die einen echten Mehrwert bieten und daher ihr Geld wert sind. Doch was, wenn sich die Werbeversprechen von professionellen Coaches und „garantiert“ hohen Umsätzen in Luft auflösen, aus der versprochenen 1:1-Betreuung plötzlich Online-Gruppencoachings werden und die vermeintlich „hochwertigen“ Schulungsmaterialen sich als in schlechter Qualität aufgenommene Videos herausstellen, die nicht einmal das inhaltliche Niveau eines Grundlagenkurses in Betriebswirtschaft und Marketing erreichen? Oder im schlimmsten Fall sogar schnell klar wird, dass das vermeintlich „todsichere“ Vertriebsmodell eigentlich nur darin besteht, weitere Kunden für Coachings und andere Produkte der Coaching-Agentur zu gewinnen – auch bekannt als Schnellballsystem oder Pyramidenschema?
In solchen Fällen ist schnelles Handeln geboten, denn mit jeder weiteren Zahlung an den Coach steigt das Risiko, sein Geld entweder erst nach einem Rechtsstreit oder im schlimmsten Fall überhaupt nicht zurückzubekommen (zum Beispiel aufgrund einer Insolvenz des Coaches). Abgesehen von dieser wirtschaftlichen Problematik bestehen auch juristische Risiken, da etwa eine Widerrufsfrist ablaufen kann oder eine Anfechtung des Vertrags nach zu großem Zeitablauf nicht mehr möglich ist.